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Geschichte


Geschichte der Sprachlabore an der Universität Erlangen-Nürnberg

Von Dr. Dieter Meyer

Auf dieser Seite finden Sie eine kurze Zusammenfassung der Geschichte der Sprachlabore an der FAU. Für eine ausführliche Fassung bieten wir Ihnen "Die Geschichte der Sprachlabore an der Universität Erlangen-Nürnberg von Dr. Dieter Meyer" als PDF-Datei zum Download an.




Inhalt




Vorgeschichte

Grundig Tonbandkoffer TK5

Schon vor dem Kriege waren Tonträger wie Schallplatte und Tonfilm im fremdsprachlichen Unterricht verwendet worden. "Sprachplatten" erschienen bei verschiedenen Verlagen im Handel. Alle diese Lernhilfen konnten indes nur Sprechvorbilder liefern. Sich selbst aufnehmen und zur Kontrolle wieder abhören oder gar mit einem "konservierten" Sprechvorbild vergleichen konnten Fremdsprachenlerner erst mit Aufkommen und Verbreitung des Magnetophons.
Bis Mitte der Fünfziger Jahre waren diese Geräte so weit entwickelt, daß sie zu "publikumsfreundlichen" Preisen in den Handel kommen konnten. Das Fürther Unternehmen Grundig, damals "Der Welt größte Tonbandgerätefabrik", brachte um 1955 das erste Tonbandgerät für weniger als 500 DM auf den Markt.

Plattenspieler Telefunken (50er Jahre)

Telefunken begann gegen Ende der Fünfziger Jahre als erster deutscher Hersteller, Versuche mit Sprachlehreinrichtungen anzustellen, bei denen Magnetophone eine Rolle spielten, nachdem bereits vorher ein ‘Sprachlehr-Plattenspieler’ angeboten worden war, bei dem sich die "Sprachplatte" auf dem Teller mittels einer Fernbedienung kurzzeitig zurückdrehen und anhalten ließ, um Wörter, Laute oder Silben noch einmal hören zu können.


Sprachlabore in Erlangen

Auf der Abbildung ist in der Mitte die Schiene mit dem verschiebbaren Knopf zu erkennen, um den das Tonband geführt wird. Durch diesen "Umweg" zwischen Aufsprech- und Abhörkopf wird die Verzögerung der Wiedergabe bewirkt.

1969 wird von der Firma SBR-LEY in Heilbronn ein Sprachlabor mit 30 Tonbandplätzen im Raum C 102 eingerichtet. Aufgrund der Patente von Ing. Erich J. Ley verfügt es über drei Betriebssysteme (HS, HSA und HSAH) mit der von Ley erfundenen Verzögerungsschlaufe. Sie gestattet unter Ausnutzung des Hinterband-Hörens bei Dreikopf-Maschinen eine sofortige Kontrolle des eben Gesprochenen durch den Studenten, was sich z.B. bei phonetischen Übungen lernverstärkend auswirkt.

Das war auch der Grund, warum unter den zahlreichen Mitbewerbern die Wahl auf das Fabrikat von SBR mit dem Patent von Ing. Ley fiel. Es gab auch den Ausschlag für ein Labor mit Spulengeräten und gegen ein Cassettenlabor, welches es zwar auch schon damals im Angebot gab, bei welchem aber die Anwendung der Verzögerungsschlaufe nach Ley aus technischen Gründen (cassettiertes Band) nicht zu realisieren ging.

Erst mit der digitalen Tonaufzeichnung und dem Erscheinen hinreichend schneller Rechner wurde es möglich, die mechanische Lösung, auf welcher das Patent von Ing. Ley fußte, durch eine voll elektronische Konstruktion ohne mechanisch bewegte Teile zu ersetzen, bei der die Abfolge von Stimulus und response, das Einschalten der Aufnahme und der Wiedergabe trägheitslos und ohne entsprechendes Zutun des Lernenden erfolgen kann.

Die Tonbandmaschine Konstruktion Ley hatte im Gegensatz zu den damaligen Heimtonbandgeräten drei Motoren und drei Tonköpfe. Erstere, um sie für Dauerbetrieb geeignet zu machen, letztere wegen der nur so zu bewerkstelligenden Hinterband-Kontrolle, auf der das Ley-Verfahren (HSAH) beruht.

 

SL I in Erlangen 1969/70: Blick von der Lehrerkonsole auf die 30 Schülerplätze. Mit der Schalttafel (vorne) wird das Einspielen der Programme bewerkstelligt. Außerdem ist sie für die Verständigung zwischen Lehrer und Schüler, für das Mithören und Gegensprechen, notwendig. Dafür sind zwei Reihen schwarzer Kippschalter vorgesehen. Die dritte Schalterreihe in der Mitte ermöglicht die Wahl zwischen den Lehrsystemen HSA und HSAH.

1970 wird im Raum SZ 104 ein zweites Sprachlabor mit 30 Plätzen, ebenfalls von der Fa. SBR-LEY, eingerichtet. Wegen des französischen Phonetik- bzw. Orthophonie-Unterrichtes, in welchem zwei Lektoren die Studierenden überwachen und beraten sollen, wird eine Ausführung mit zwei Lehrerkonsolen (d.i. max. 4 Programme) gewählt. Während das SL I von Anfang an neben dem Klassenunterricht auch als Selbstlernlabor genutzt wird, bleibt das SL II dem lehrerbegleiteten Unterricht vorbehalten.

Im November 1981 wird die Anlage durch ein Labor von KÖRTING, Typ StS 111, ersetzt. Diese alteingesessene Firma, die vor dem Kriege schon in Leipzig Geräte der Unterhaltungselektronik produziert hatte, war nach 1945 in Grassau am Chiemsee wieder erstanden und hatte dort begonnen, neben Radio- und Fernsehgeräten auch Sprachlehranlagen zu fertigen. Die Patente von Ing. Ley auf die Verzögerungsschlaufe hatte sie übernommen und stattete -als einziger unter den Mitbewerbern- die Spulentonbandgeräte ihrer Sprachlehranlagen damit aus. Mit Rücksicht auf den französischen Phonetik- bzw. Orthophonie-Unterrichtes wird wiederum eine Ausführung mit doppelter Lehrerkonsole gewählt, an der zwei Dozenten gleichzeitig arbeiten können.



Im Dezember 1993 wird die SBR-Anlage aus SL I nach über 20-jähriger Dienstzeit gegen eine (gebrauchte) Anlage von KÖRTING mit nur 26 Plätzen ausgetauscht.



Für die ausgelassenen Kabinen werden Fernsehplätze eingerichtet. An diesen können die Studierenden sowohl Aufzeichnungen auf Video als auch direkt internationale Fremdsprachen-Programme über die im März des gleichen Jahres errichtete Satellitenempfangs-Station ansehen.

Die KÖRTING-Anlage im SL I (C 102) ist als ‘analoges’ Sprachlabor bis heute in Gebrauch und dient sowohl dem Klassenunterricht (zur Zeit vorwiegend für die DSH-Kurse) als auch dem Selbststudium der Studierenden in den sogenannten “Freien Übungszeiten” am Nachmittag.

Das MSL I mit seinen 28 Plätzen

1998 wird das erste Computerlabor MSL I (MSL = Multi Media Sprachlabor) im ehemaligen Audiovisions-Raum SZ (jetzt SL) 102 von der Firma TANDBERG eingerichtet.
Es verfügt über 28 Schülerplätze und einen Lehrertisch mit Flachbildschirm und Lehrerrechner, über welchen digitale und analoge Datenträger vorgeführt werden können. Er enthält hierzu einen Mehrnormen-tauglichen VHS-Spieler, einen Cassettenspieler und ein Spulentonbandgerät mit 3 Bandgeschwindigkeiten. Im Rechnergehäuse selbst ist ein Laufwerk für CDs und DVDs untergebracht.

MSL II: Das zweite Multimedia-Labor in Raum SL 104

Im Sommer 2003 wird das SL II mit seiner KÖRTING-Anlage ST 111 im Raum SZ 104 (jetzt SL 104) abgebaut. Die noch gut erhaltene und funktionstüchtige Anlage wird der Ain Shams-Universität in Ägypten zum Geschenk gemacht und im Herbst 2003 dorthin abtransportiert. An ihre Stelle tritt ein zweites Computerlabor der Firma TANDBERG.

Die Satelliten-Empfangsanlage



Parade der Parabolspiegel - von nahem gesehen: der weiße ist der Drehspiegel, mit dem sich der gesamte Empfangsbereich bestreichen läßt. Die anderen sind Festspiegel, die jeweils auf bestimmte Teilbereiche eingestellt sind, deren Stationen daher ständig zur Verfügung stehen.

Referenz(en)
 

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